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Ocna Mureș Sehenswürdigkeiten: Schloss, Salzbergwerk, Salzseen

In Ocna Mureș lohnen sich das Salzbad Băile Sărate, die Salzseen, die über den alten Gruben entstanden sind, und Schloss Teleki-Mikó in Uioara de Sus (nur von außen zu besichtigen). Salz wurde hier schon in der Römerzeit abgebaut, der Bergbau unter Tage endete 1978. Aiud, das Salzbergwerk Salina Turda und die Turda-Schlucht erreichen Sie in 27–37 Minuten mit dem Auto.

Stand:

Ocna Mureș (Miereschhall) ist eine kleine Stadt im Nordosten des Kreises Alba. Sie liegt im Tal des Mureș (Mieresch), auf einer der ältesten abgebauten Salzlagerstätten Siebenbürgens. Viele kommen wegen des Salzbads Băile Sărate hierher, doch die Stadt hat mehr zu bieten: Salzseen, die über den alten Gruben entstanden sind, ein neugotisches Schloss, das auf seine Rettung wartet, und eine Salzgeschichte, die bei den Römern beginnt. Im Folgenden lesen Sie, was sehenswert ist, was aus dem Salzbergwerk wurde und was Sie in höchstens einer halben Stunde mit dem Auto erreichen. Alle Angaben haben wir anhand öffentlicher Quellen geprüft, die am Ende aufgeführt sind.

Lage und Ortsteile von Ocna Mureș

Zur Stadt Ocna Mureș gehören neben dem eigentlichen Stadtgebiet die Ortsteile Uioara de Jos und Uioara de Sus sowie die Dörfer Cisteiu de Mureș, Micoșlaca und Războieni-Cetate. Der alte Name Uioara hängt mit dem ungarischen Újvár („neue Burg“) zusammen; auf Ungarisch heißt die Stadt bis heute Marosújvár.

  • Uioara de Jos erstreckt sich nach Südwesten. Hier liegt auch die Casa Steluța, in der Strada Câmpului.
  • Das Zentrum ist das Gebiet der Salzseen: Die Krater sind mitten im Ort entstanden, über den alten Gruben. In ihrer Nähe steht die römisch-katholische Kirche in der Strada Nicolae Iorga.
  • Uioara de Sus im Nordosten hat Schloss Teleki-Mikó und, in der Strada Fabricii, das Salzbad Băile Sărate.

Die Entfernungen sind gering: Von der Casa Steluța zum Schloss oder zum Salzbad brauchen Sie 6–7 Minuten mit dem Auto (etwa 3,7 km).

Die Geschichte des Salzbergwerks von Ocna Mureș

Salinae, das Salzbergwerk der Römer

Das Salz liegt in Ocna Mureș sehr nah an der Oberfläche, als riesiger Salzstock, der bis fast unter das Stadtzentrum aufsteigt. In der Römerzeit war der Ort als Salinae bekannt und eines der wichtigsten Zentren des Salzabbaus in Dakien. Die Forschung geht davon aus, dass die mittelalterlichen Gruben neben den römischen angelegt wurden und die alten Abbaue zum Teil weiter nutzten.

Salz auf dem Mureș

Jahrhundertelang wurde das Salz von hier mit Fuhrwerken nach Partoș (Portus) bei Alba Iulia (Karlsburg) gebracht und dann auf Flößen den Mureș hinab Richtung Theiß und Ungarische Tiefebene befördert. Die Salzflößerei endete 1871, als die Bahnstrecke Teiuș–Războieni in Betrieb ging und den gesamten Verkehr übernahm.

Hochwasser, Einstürze und das Ende des Bergbaus

Der Mureș war Segen und Gefahr zugleich. 1791 überflutete der Fluss die römischen und mittelalterlichen Gruben unter der Stadt. Noch im selben Jahr wurde der Abbau mit neuen Stollen wieder aufgenommen, und im 18. und 19. Jahrhundert wurde Ocna Mureș zum wichtigsten Salzbergwerk Siebenbürgens.

Das eingedrungene Wasser löste jedoch nach und nach das Salz auf, das den Boden trug. Die ersten Einsturzkrater entstanden Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts im Bereich der Grube Iosif. Laut einer Studie der Universität Alba Iulia versank im Zweiten Weltkrieg die Hauptstraße, das eigentliche Zentrum der Stadt, als die Decken der Gruben Ferdinand, Iosif und Ștefania einbrachen. Nachdem 1954 das Abpumpen des Wassers aus den alten Gruben eingestellt worden war, wuchsen die Trichter auf 100–150 m Durchmesser an.

1978 setzte die Überflutung der Grube 1 Mai dem Salzabbau unter Tage ein Ende. Gewonnen wurde das Salz danach weiterhin, und zwar durch Auflösen als Sole über Bohrsonden, ein Verfahren, das in Ocna Mureș seit 1952 eingesetzt wurde. Ganz zur Ruhe gekommen ist der Boden nicht: Im Dezember 2010 verschluckte ein neuer Einsturz einen Supermarkt in der Stadt, und der Krater füllte sich mit Salzwasser.

Die Solvay-Sodafabrik

Das Salz brachte auch die Industrie hierher. Zwischen 1894 und 1896 baute das belgische Unternehmen Solvay & Cie in Ocna Mureș eine Sodafabrik; sie wurde nach 1948 verstaatlicht und 2010 geschlossen. Eine sympathische Fußnote aus jener Zeit: Laut der Zeitung Ziarul Unirea wurde am 30. August 1936 im Solvay-Stadion das erste Fußballspiel Rumäniens unter Flutlicht ausgetragen.

Die Salzseen: Kann man darin baden?

Die Salzseen im Stadtzentrum sind in Wirklichkeit geflutete alte Gruben und Einsturzkrater. Sie sind ein ungewöhnlicher Anblick, aber kein Badegelände. Studien zu Ocna Mureș beschreiben den Boden ringsum als instabil, die Lokalpresse berichtete von Uferabbrüchen, und das Gelände des Kraters von 2010 wurde eingezäunt und bewacht. Wir empfehlen Ihnen, die Seen aus der Distanz zu betrachten und nicht ins Wasser zu gehen.

Wenn Sie sich im Salzwasser treiben lassen möchten, ist das Salzbad im nächsten Abschnitt der richtige Ort.

Das Salzbad Băile Sărate in Ocna Mureș

Das Salzbad Băile Sărate in der Strada Fabricii 12 wurde in der ersten Hälfte des Jahres 2023 eröffnet, als Investition der Stadt gemeinsam mit dem Kreisrat Alba. Es hat Innen- und Außenbecken mit Süß- und Salzwasser und zählte im ersten Jahr im Schnitt mehr als 1.000 Besucher pro Tag. Öffnungszeiten, Preise und Tipps für volle Tage finden Sie in unserem eigenen Reisetipp: Salzbad Ocna Mureș.

Schloss Teleki-Mikó in Uioara de Sus

Das Teleki-Schloss von Ocna Mureș, wie die meisten es nennen, ist das wertvollste Baudenkmal der Stadt. Das Ensemble „Schloss Teleky“ steht auf der rumänischen Liste der historischen Denkmäler (Code AB-II-a-B-00380), datiert auf das 13. bis 19. Jahrhundert.

Die Geschichte des Schlosses in Kürze

  • 1290: Urkunden erwähnen hier eine „neue Burg“ (castrum novum).
  • 1581: Das Gut geht an János Gálfi, der gegen Ende des 16. Jahrhunderts ein befestigtes Renaissanceschloss errichten lässt. Davon ist eine fünfeckige Bastion erhalten, heute in einem privaten Hof.
  • 1742: István Mikes baut das Gebäude im Barockstil um. Das Barockschloss wird im Oktober 1848 von Truppen unter Simion Prodan zerstört.
  • 1854–1862: Graf Imre Mikó, einer der Gründer des Siebenbürgischen Museumsvereins, kauft das Gut und lässt das Schloss zwischen 1856 und 1862 im neugotischen Stil neu errichten, nach Plänen des Architekten Antal Kagerbauer aus Cluj-Napoca (Klausenburg).
  • Nach 1876: Das Gut geht an Graf Ádám Teleki über, daher der Doppelname Teleki-Mikó.
  • Nach 1949: Das Schloss wird verstaatlicht und von der landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft genutzt; der Park verschwindet, die Nebengebäude werden abgerissen.

Wie das Schloss heute aussieht

Das Schloss wurde den Erben der Familie Teleki zurückgegeben und befindet sich heute in ihrem ungeteilten Miteigentum. Das Gebäude steht leer, Fenster und Türen fehlen, in mehreren Räumen sind die Decken eingestürzt, und das Dach ist beschädigt. Es ist nicht für Besucher hergerichtet und daher nur von außen zu besichtigen, von der Straße aus. Der kurze Abstecher lohnt sich trotzdem: Die neugotische Silhouette erzählt viel von dem Reichtum, den das Salz einst hierher brachte.

Zum selben Ensemble zählt die Denkmalliste auch eine römisch-katholische Kapelle, datiert auf 1296, von der noch Ruinen erhalten sind.

Die römisch-katholische Kirche und weitere Denkmäler

In der Stadt führt die Liste der historischen Denkmäler außerdem die römisch-katholische Kirche in der Strada Nicolae Iorga 16 (Code AB-II-m-B-00257). Über ihr Baujahr sind sich die Quellen nicht einig, deshalb nennen wir hier keines. Sie können die Kirche auf dem Weg zu den Seen von der Straße aus sehen.

Auf dem Stadtgebiet liegt außerdem die archäologische Fundstätte von Uioara de Jos, mit Siedlungsspuren aus der Jungsteinzeit, der Bronzezeit, der Hallstattzeit und der Völkerwanderungszeit; auch sie steht auf der Denkmalliste. Für Besucher ist sie nicht erschlossen.

Der Mureș und Spaziergänge durch die Stadt

Die Stadt liegt im Tal des Mureș auf etwa 265 m Höhe, mit dem Hügel Dealul Banța im Rücken. Jahrhundertelang war der Fluss der Weg des Salzes, und derselbe Fluss hat die Gruben überflutet; ein Halt am Ufer rundet die Geschichte also ab. Ein gemütlicher Spaziergang von den Salzseen bis zum Schloss zeigt Ihnen in einer einzigen Stunde die Spuren von Salzbergbau und Industrie und dazu die Landschaft des Tals. Für richtige Wanderungen ist die Turda-Schlucht bei Turda (Thorenburg) das nächste Ziel, etwa 37 Minuten mit dem Auto entfernt.

Ausflugsziele in höchstens 30 Minuten

  • Cisteiu de Mureș (etwa 4 Minuten mit dem Auto von der Casa Steluța): die Holzkirche „Heilige Erzengel“ aus dem 18. Jahrhundert, ein Denkmal von nationaler Bedeutung, und die Ruinen von Schloss Mikes, ebenfalls ein historisches Denkmal.
  • Războieni-Cetate (etwa 10 Minuten): In der Römerzeit war hier die Ala I Batavorum stationiert, eine Reitereinheit von etwa 1.000 Mann. Das Kastell ist eine archäologische Fundstätte, vor Ort ist aber nur sehr wenig zu sehen; die Funde wurden im Nationalmuseum der Vereinigung (Muzeul Național al Unirii) in Alba Iulia präsentiert.
  • Burg von Aiud (etwa 24 km, 27 Minuten): eine mittelalterliche Burg im Zentrum von Aiud (Straßburg am Mieresch), mit Ringmauer und Türmen; im Inneren stehen die gotische reformierte Kirche und die evangelische Kirche.

Etwas weiter, 35 Minuten entfernt, wartet das Salzbergwerk Salina Turda. Wenn Sie mit Kindern kommen: Wir haben alles in einem Plan für zwei Tage zusammengestellt, Wochenende mit Kindern. Alle unsere Reisetipps für die Gegend finden Sie auf der Seite Umgebung.

Unterkunft in Ocna Mureș: Casa Steluța

Wenn Sie die Stadt ohne Eile entdecken möchten, können Sie in der Casa Steluța übernachten, Strada Câmpului 4, in Uioara de Jos. Wir vermieten das ganze Haus an jeweils nur eine Gruppe, Sie haben es also ganz für sich:

  • 2 Schlafzimmer (jedes für 2 Erwachsene und 1 Kind, insgesamt höchstens 4 Erwachsene und 2 Kinder) und 2 Bäder mit Dusche;
  • eine voll ausgestattete Küche, eine überdachte Terrasse mit Pergola und einem Tisch für 6 Personen, ein Grill und ein Garten mit Rasen;
  • Parkplatz im Hof, WLAN, TV, Klimaanlage, Heizung mit Heizkörpern und Kachelöfen, Bettwäsche und Handtücher inklusive.

Das ganze Haus kostet 400 Lei pro Nacht für die Nächte von Sonntag bis Donnerstag und 500 Lei pro Nacht für Freitag und Samstag. Ab 5 aufeinanderfolgenden Nächten erhalten Sie 10 % Rabatt, und ist mindestens ein Gast in Rente, gibt es 30 % Rabatt; die beiden Rabatte werden addiert. Rund um Feiertage können die Preise abweichen. Check-in ab 15:00 Uhr, Check-out bis 11:00 Uhr; Haustiere nehmen wir nicht auf.

Buchen können Sie nur telefonisch oder per WhatsApp unter +40 743 668 009. Alle Details finden Sie auf unserer Buchungsseite.

Fragen

Welche Sehenswürdigkeiten gibt es in Ocna Mureș?+

Das Salzbad Băile Sărate, die Salzseen über den alten Salzgruben, Schloss Teleki-Mikó in Uioara de Sus (nur von außen zu besichtigen) und die römisch-katholische Kirche in der Strada Nicolae Iorga, ein historisches Denkmal. Ganz in der Nähe, in Cisteiu de Mureș, stehen eine Holzkirche aus dem 18. Jahrhundert und die Ruinen von Schloss Mikes.

Kann man das Teleki-Schloss in Ocna Mureș besichtigen?+

Nur von außen. Das Gebäude steht leer und ist in schlechtem Zustand, es befindet sich in ungeteiltem Privatbesitz der Erben und ist nicht für Besucher hergerichtet.

Kann man in den Salzseen von Ocna Mureș baden?+

Die Seen in der Stadt sind Krater über alten Gruben, auf einem Gelände mit Einsturzgefahr, und nicht zum Baden angelegt. Für ein Bad im Salzwasser besuchen Sie das Salzbad Băile Sărate.

Wann wurde das Salzbergwerk in Ocna Mureș geschlossen?+

Der Salzabbau unter Tage endete 1978, nach der Überflutung der Grube 1 Mai. Danach wurde das Salz weiter als Sole über Bohrsonden gewonnen, ein Verfahren, das hier seit 1952 eingesetzt wurde.

Wo kann man in Ocna Mureș übernachten?+

Die Casa Steluța in Uioara de Jos wird als ganzes Haus an eine einzige Gruppe vermietet: 2 Schlafzimmer, 2 Bäder, Küche, Terrasse und Grill, ab 400 Lei pro Nacht. Buchungen unter +40 743 668 009.

Quellen

  1. Schloss Teleki-Mikó, Ocna Mureș (Castle in Transylvania)
  2. Liste der historischen Denkmäler 2015, Kreis Alba (Kulturministerium Rumäniens, archivierte Kopie, rumänisch)
  3. N. Ludușan, M. A. Bara, About salt exploitation from Ocna Mureș saline (Pangeea, Universität Alba Iulia, 2017)
  4. V. Arghiuș, Al. Ozunu, Risikophänomene des Salzabbaus im Stadtgebiet von Ocna Mureș (Riscuri și Catastrofe, Babeș-Bolyai-Universität, 2005, rumänisch)
  5. So sieht das Teleki-Schloss in Ocna Mureș aus (Alba24, 2022, rumänisch)
  6. Der Krater von Ocna Mureș (Alba24, 2011, rumänisch)
  7. Ein Jahr Badekomplex in Ocna Mureș (Alba24, 2024, rumänisch)
  8. Solvay (Soda) Ocna Mureș, der Ort, an dem im rumänischen Fußball das Licht anging (Ziarul Unirea, rumänisch)

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